Wir haben und wieder sehr gut unterhalten an diesem Abend. Zumindest soweit das ab einem gewissen Pegel möglich ist. Normalerweise unterhält man sich, tanzt, tinkt zusammen und wandert dann wieder weiter. Aber an diesem Abend treffen wir immer wieder aufeinander. Er fordert mich oft zum Tanzen auf, läd mich anschließend auf Getränke ein und wir verbringen wohl die meiste Zeit miteinander. Es macht wirklich viel Spaß, wir lachen und flirten, aber das ist schließlich oft so, wenn man sich gut versteht.
Trotzdem fange ich langsam an zu genießen, seine Hände beim Tanzen zu spüren, ihm nah zu sein, ihn zu riechen. Ich sage mir immer wieder, ich solle mir nichts einbilden oder einreden, schließlich sei er wie ein Bruder und außerdem sei ich ja vergeben. Aber das Gefühl hört nicht auf solche Argumente.
Irgendwann musste ich unbedingt nach Hause, auch wenn ich noch gern Zeit mit ihm verbracht hätte. Ich hatte genug getrunken und die hohen Absätze hatten meinen Füßen zugesetzt. Ich sagte ihm, ich müsse nach Hause, und er meinte sofort, dass er auch gehen wolle. Also machten wir auf dem Absatz kehrt und wankten gemeinsam in die kalte Nacht. Wir waren beide zu betrunken, um uns irgendwelche Gedanken darum zu machen, wie das wirken könnte.
Ich wunderte mich langsam, dass er so bemüht war, wie gesagt, ist es eigentlich nicht seine Art. Als er dann noch vorschlug, mich bis nach Hause zu begleiten, war ich verwirrt und gleichzeitig irgendwie glücklich. Ich genoss jede Sekunde mit ihm, trotz schmerzender Füße, totz Kälte. Er legte kurz seinen Arm um mich, auch gingen wir eine zeitlang Hand in Hand. Ich war verliebt und schüchtern wie ein Teenager. Vor unserem Haus haben wir uns noch eine Weile unterhalten. Ich hätte ihn so gern geküsst. Ich hab gehofft, dass er vielleicht den Anfang macht. Aber außer einer Abschiedsumarmung und einem Kuss auf die Wange ist nicht weiter geschehen.
Keine Ahnung, was er dazu denkt. Ob er das gleiche gehofft hat? Ob ich ihn hätte rein bitten sollen? Ob es für ihn nicht mehr war, als das, was passiert ist? Keine versteckten Botschaften? Oder doch?
Seiddem bin ich verwirrt und kann an nichts anderes denken. Vielleicht weil es so schön war, mal wieder dieses Kribbeln im Bauch zu spüren? Vielleicht, weil ich nicht mehr mit ihm darüber sprechen konnte. Und es mich jetzt auch nicht mehr traue.
Er ist wahrscheinlich wieder in Süddeutschland bei seiner Freundin. Und ich bin auch wieder zu Hause, bei meinem Lebenspartner. Und alles geht so weiter, wie vorher. Aber in mir drin ist nichts mehr wie vorher…
Ich will dich nich kritisieren oder dir Verhaltensmaßregeln geben…
In Kommentaren sagt man seine Meinung zu dem Beitrag und so will ich das jatzt auch tun.
In einem anderen Beitrag von dir habe ich gelesen, daß du in einer festen Beziehung bist ?
Meiner Meinung nach ist es gut, daß nicht mehr passiert ist, auch wenn du dir das vielleicht gewünscht hast ?
Ich bin bestimmt nicht der Meinung, man ist auf Gedeih und Verderb an jemanden gebunden. Aber meine Einstellung ist, daß man in einer festen Beziehung nicht mit “jedem” anbändelt, so nett er auch sein mag !
Vielleicht ist zwischen euch nicht mehr passiert weil ER an seine Freundin gedacht hatte oder dich als eine nette Bekannte gesehen hat und mehr nicht. Man darf Freundlichkeit und Höflichkeit nicht mit Liebe verwechseln.
Solltest du Defizite bei der körperlichen Liebe haben, sprich mit deinem Partner und wenn der keine Lust hat, was dran zu ändern, such dir jemand für die körperliche Befriedigung.
Kein Problem, und ich gebe dir sogar Recht. Habe ja auch nicht gesagt, dass es richtig gewesen wäre. Leider ist es nicht immer so einfach. Im Leben und in der Liebe sowieso nicht. Versuche einfach alles etwas zu verarbeiten. Im Nachhinein ist es sicher besser, das nichts passiert ist. Außer in meiner Phantasie…
Verdammt, wir sind doch alle nur Menschen und freuen uns über das Gefühl begehrt zu werden.
Es geht auch nicht um etwas Körperliches, soweit hätte ich es wahrscheinlich eh nicht kommen lassen. In der Hinsicht kann ich mich nicht beschweren. Es geht lediglich um das Kribbeln, das Gefühl wirklich zu leben…
Ich merk mir Dein Blog.. das liest sich doch gut!